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Studienplanung „Beurteilung von Beckenbodenaktivitäten bei verschiedenen Ganzkörperbewegungen“

Ziel dieser Studie ist es, neue und bewährte wissenschaftliche Methoden zu nutzen, um besser zu verstehen, wie der Beckenboden bei verschiedenen Ganzkörperbewegungen aktiviert wird. Der Hintergrund dieser Forschung ist die hohe Zahl an Menschen – insbesondere Frauen – die unter Beckenbodenproblemen leiden, sowie der Mangel an detailliertem Wissen über deren Ursachen und Mechanismen. Zwar existieren bereits zahlreiche Studien zum sogenannten „Pelvic Floor Muscle Training“ (PFMT), diese konzentrieren sich jedoch überwiegend auf isolierte, willkürlich ausgeführte Kontraktionen. Belastungsdaten aus funktionellen, alltagsnahen Bewegungsmustern fehlen bislang weitgehend.

Die Studie ist Teil des EU-geförderten Projekts 3PD (Projektnummer BYCZ01-014), dessen Ziel die Entwicklung und Implementierung eines nicht-invasiven Systems zur Prävention von Beckenbodenstörungen darstellt. Damit soll die individuelle Lebensqualität verbessert und die Belastung des Gesundheitssystems verringern werden.

Um fundierte Aussagen über den Einfluss verschiedener Bewegungen auf den Beckenboden treffen zu können, fehlen bisher grundlegende Kenntnisse zum Verhalten der Beckenbodenmuskulatur bei verschiedenen Bewegungsarten sowie konkrete Belastungswerte, die dabei auftreten.

Um diese Fragen zu beantworten, setzt diese Studie auf mehrere innovative Ansätze. Ganzkörper-Bewegungsaufnahmen werden als Eingabe für ein Mehrkörperdynamik-Simulationsmodell genutzt, das die Belastungen durch die inneren Organe auf den Beckenboden berechnet. Muskuloskelettale Simulationen helfen dabei, den Einfluss des intraabdominalen Drucks sowie die Aktivität einzelner Beckenbodenmuskeln zu bestimmen. Ein neu entwickeltes Sensorsystem erfasst zusätzlich Daten, um Rückschlüsse auf die Aktivität der Beckenbodenmuskulatur ziehen zu können. Bei den Ganzkörperbewegungen handelt es sich um Alltagsbewegungen (z. B. Gehen und Laufen) und leichte sportliche Aktivitäten wie physiotherapeutische Übungen (z. B. Ausfallschritte) sowie High-Impact-Übungen (z. B. Sprungübungen).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mit den in der Studie aufgezeichneten Bewegungsdaten verschiedene Modelle gefüttert werden, die dann Belastungen auf den Beckenboden simulieren sowie die daraus resultierende Aktivität der Beckenbodenmuskulatur berechnen.

Die Erkenntnisse aus dieser Studie sollen dazu beitragen, langfristig bessere Präventionsmöglichkeiten zu entwickeln.

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